Die Idee
Mitte 2021 wurde das Thüringer Aktionsbündnis „Innenstädte mit Zukunft“ mit dem Ziel gegründet, den Folgen des allgemeinen Strukturwandels, welche durch die COVID-19-Pandemie verstärkt wurden, zu begegnen. Vor diesem Hintergrund ist das Aktionsbündnis bestrebt, Innenstädte in ihrer Nutzungsqualität sowie Funktionalität zu erhalten und die Thüringer Innenstädte und Ortszentren nachhaltig zu stärken.
Eine zentrale Herausforderung ist die Zunahme leerstehender Geschäftsflächen und Gebäude. Insbesondere innerhalb der Stadtzentren ergeben sich eine Vielzahl weiterer Probleme wie Attraktivitätsverlust und Verringerung der Besucherfrequenzen, welche weiteren Leerstand forcieren. Die daraus resultierenden Folgen sind eine zunehmende
Lückenbildung im Angebot durch fehlende Geschäfte und das drohende Verweisen der Innenstädte, die nachweislich die größte Dichte im Bereich des Einzelhandels in Kommunen aufweisen.
Verstärkt wird die Problematik durch erhöhte Ausgaben für Energie, Mieten und Beschaffung. Deutschlandweit hat dies allein im Jahr 2023 bei über 17.800 Geschäften zu Insolvenzanmeldungen geführt. Mit dem Online-Handel als direkten Konkurrenten steigt zudem der Druck auf den lokalen Einzelhandel zusätzlich Insbesondere kleinere inhabergeführte Geschäfte können diesem Druck kurz- bis mittelfristig nicht standhalten.
Um dem entgegenzuwirken, hat die Arbeitsgruppe „Leerstandsbewältigung“ des Thüringer Aktionsbündnisses „Innenstädte mit Zukunft“ mit dem KOMPASS ein Tool entwickelt, welches die Kommunen in ihrem Prozess unterstützen soll, eigene Leerstände zu beseitigen.
Der Schwerpunkt liegt insbesondere darauf, verantwortlichen Akteuren
Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, Orientierung zu schaffen und einen eigenen „Anfang“ bei der Problembewältigung zu finden und gleichzeitig neue Nutzungspotenziale zu erkennen. Dabei geht es sowohl um kleinere und kurzfristige Problemlagen als auch um die langfristige Bewältigung innerstädtischer Herausforderungen mit Leerständen.
Entwicklung Thüringer Städte
